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Raubüberfall mitten in Lauf

 Raubüberfall mitten in Lauf
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LAUF (fi) — Der Räuber, der gestern Vormittag die Commerzbank mitten in Lauf überfallen hat und dabei mehrere tausend Euro erbeutete, ist nach wie vor auf der Flucht. Polizei und Kripo bitten deshalb die Bevölkerung um Mithilfe auf der Suche nach dem etwa 30-jährigen dunkelhaarigen Mann, der vermutlich aus einem osteuropäischen Land kommt und die Beute in einem grauen Rucksack transportiert. Bekleidet war er mit einem dunklen Blouson und einer beigefarbenen Mütze. 

Wichtig für die Kripo, so Pressesprecher Grimm gegenüber der PZ, wäre es nicht nur zu erfahren, wie und wohin der Täter nach dem Raubüberfall gegen 9.15 Uhr geflüchtet ist, sondern auch, ob ihn jemand vor der Tat am Marktplatz oder im Bereich der Bank gesehen hat. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst in Nürnberg, Tel. 0911/2112-3333, entgegen. 

Die Tat spielte sich folgendermaßen ab: Gegen 9.15 Uhr betritt der 30-jährige Mann unmaskiert die Bank. Die Angestellte hinter dem Tresen hält ihn zunächst für einen Kunden, der kurz nach der Filialöffnung das Institut an der Ecke Falknerstraße/Oberer Marktplatz betreten hat. Plötzlich springt der Mann über die Absperrung und hält der 50-Jährigen eine Pistole an den Kopf. Im Befehlston, in gebrochenem Deutsch und abgehackten Sätzen fordert der Räuber Bargeld. 

Jetzt mischt sich ein 31-jähriger Bankangestellter ein, der in einer Ecke gerade ein Kundengespräch führt. Auch er und der Kunde werden sofort mit der Waffe bedroht. Der Räuber droht laut damit, die Frau zu erschießen, wenn nicht sofort der Tresor geöffnet wird. Der 31-Jährige hat keine Wahl und kommt nach ein paar zögerlichen Momenten dem Befehl nach. Dann zwingt der Täter den Angestellten, einen grauen Rucksack mit Bargeld aus dem Tresor vollzustopfen, stößt den Mann zu Boden und befiehlt auch den anderen beiden Personen, sich auf den Boden zu legen. Mit der Drohung, wenn Alarm geschlagen wird, käme er sofort zurück, verlässt er die Bank und flüchtet vermutlich zu Fuß. 

Der Räuber wird wie folgt beschrieben: etwa 30 Jahre alt, 1,80 Meter groß, schlank, kurze, dunkle Haare. Bekleidet war er mit einer blauen Hose, einer dunklen Blousonjacke (möglicherweise aus Leder) sowie einer beigefarbenen Mütze. 

Wenige Minuten nach der Tat, die weder am Marktplatz noch in den Büros im ersten Stock der Bank bemerkt wird, trifft die Polizei am Tatort ein und die Fahndung läuft an. Zunächst mit allen Einsatzkräften der Laufer Polizei, mit sofortigen Straßenkontrollen und später mit Beamten auch der Kripo. Für Aufsehen sorgt der Einsatz des Polizeihubschraubers, der fast eine Stunde lang in niedriger Höhe über der Stadtmitte schwebt. Später kommen auch noch Suchhunde zum Einsatz, trotzdem bleibt die Fahndung bis zum Abend erfolglos. 

Viel Aufsehen am Marktplatz 

Der Polizeieinsatz mit zahlreichen Fahrzeugen kurz nach dem Überfall, der Hubschrauber und die Männer der Spurensicherung in ihren weißen Anzügen sorgen am Marktplatz und in der ganzen Stadt für viel Aufsehen. In Gruppen stehen die Menschen zusammen, diskutieren. Gerüchte machen die Runde, dass Bankangestellte bei der Tat verletzt wurden, was sich zum Glück allerdings als falsch herausstellt. Die Mitarbeiter stehen zu diesem Zeitpunkt unter Schock, eine Notfallseelsorger kümmert sich um die psychologische Betreuung der zwei Angestellten. 

Eine erste Spur der Fahnder führt im Laufe des Vormittags in eine Sackgasse. Polizeibeamte nehmen auf der B 14 im Bereich des Zollhauses den Fahrer eines slowakischen VW-Golf fest, der hier in einen Unfall verwickelt war und davonrannte. Bei der Gegenüberstellung auf der Laufer Polizeiwache stellte sich heraus, dass der Mann mit der Tat in der Commerzbank nichts zu tun hat.
22.2.2008 19:12 MEZ
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